Der KulturMitmachMarkt fand in diesem am 09. Juli statt. Vielen Dank an alle HelferInnen und BesucherInnen!

Zerbrechlich sind sie,
trotz der Bronze, 
in die sie gegossen wurden,
schwankend wie Äste im Wind,
und still, wenn wir nichts sagen.

Der Freundeskreis „Garten der Menschenrechte“ hat sich nach der Einweihung des Gartens der Menschenrechte im Bremer Rhododendronpark im September 2003 entwickelt, um die Inhalte der Menschenrechte immer wieder bekannt zu machen. 
Ein Überblick:

Der Garten der Menschenrechte (GdMR) im Bremer Rhododendronpark ist ein Projekt des weltweiten Netzwerks „INSCRIRE- Die Menschenrechte in öffentliche Räume einzuschreiben“, das seit 1989  besteht. Die Idee stammt von der belgischen Künstlerin und Urbanistin Francoise Schein. Gemeinsam mit Kulturschaffenden vor Ort setzt sie ihre Idee um.

Zwischen 2000 und 2003  entstand der Garten der Menschenrechte (GdMR) im Bremer Rhododendronpark.  Die Idee, alle 30 Artikel der UN-Menschenrechte-Erklärung in einem Park zu präsentieren, hing auch mit der damaligen Agenda 21 Diskussion auf kommunaler Ebene zusammen. Es ging darum, die natürlichen Ressourcen zu erhalten, sich für sie auch im nahen Umfeld einzusetzen: Es ging z.B. um Umweltschutz, kurze Wege für Nahrung, Pflege der Vielfalt in der natürlichen Umwelt. Letztlich finden wir diese Themen auch in den Texten der Menschenrechte. Diesen Zusammenhang verdeutlichen zum einen die jährliche Kulturveranstaltung im Park und darüber hinaus die Themen in der Zusammenarbeit mit Schulklassen.

Vor dem Projekt-Start in Bremen beendete die Philosophin Barbara Reiter in Berlin ein INSCRIRE  Kunstwerk in der Berliner-U-Bahn-Station WESTHAFEN. Angelehnt an Vorgängerprojekte wie z.B. in Paris und Lissabon handelt es sich in Berlin um die Gestaltung in einer U-Bahn Station. Die Menschenrechte wurden auf die Wandfliesen gebrannt, zusätzlich gibt es dort Hinweise auf diesen geschichtsträchtigen Ort. Nahe der U-Bahn-Station Westhafen wurden jüdische Mitbürger in Vernichtungslager deportiert. Mitte des Jahres 2000 brachte B. Reiter die INSCRIRE-Idee nach Bremen. Dort entwickelte vor allem die Soziologin Witha Winter das Park-Projekt. 

In Bremen wurden die Menschenrechte auf Bronzebändern „eingegossen“, um vor allem dem feuchten norddeutschen Klima Stand zu halten. Der Rhododendronpark bot sich an, um gerade dort die Menschenrechte zu installieren. Er ist bekannt durch seine ungeheure Vielfalt an Rhododendren und anderen Pflanzen und der vielen Besucher aus aller Welt. Entscheidend für die INSCRIRE-Idee war es auch, dass dieser Park ein frei zugängiger Ort für jeden Besucher und jede Besucherin ist.

Seit 2003 liegen alle 30 Artikel als Bronzebänder an den Wegesrändern. Sie lassen sich „en passant“ entdecken und bieten sich an, darüber ins Gespräch zu kommen. Aber, ebenso wie der Park müssen die ebenerdig verlegten Bänder ständig gepflegt werden, jahreszeitlich bedingt einmal weniger und einmal mehr.

Aus den vier Himmelsrichtungen führen die verlegten Bänder in die Mitte des Rhododendronparks. Von dort lenkt der Bildungsartikel (Art.26) die BesucherIn in die Botanika. Dabei handelt es sich um ein riesiges Gewächshaus, errichtet für Rhododendren aus verschiedenen Klimazonen. Die sogenannten grünen Klassenzimmer laden ein, sich tiefer mit biologischen Abläufen zu beschäftigen. Daneben werden auch Besonderheiten aus der Tierwelt präsentiert. 

Bremer Lehrer und Schüler übernehmen Pflegepatenschaften für die Menschenrechte, die im Herbst unter Laub verschwinden und im Sommer durch Grass überwuchert werden. Die Patenschaften an diesem außerschulischen Lernort  bieten eine Riesenchance, um sich nachhaltig mit den Inhalten der Menschenrechte zu beschäftigen. 

Alljährlich ladet der Freundeskreis GdMR mit Kooperationspartner*innen zu einer großen Kulturveranstaltung ein, um ein aktuelles Menschenrecht im Park „zum Klingen zu bringen“.

Thematisch passend werden einzelne Kulturschaffende, Organisationen und Gruppen eingeladen, den sogenannten „Kultur-Mitmach- Markt“ zum jeweiligen Thema zu gestalten.

Bremer Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International, Brot für die Welt, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), Unicef, terre des hommes u.a. unterstützen regelmäßig die Arbeit des Freundeskreises.